„Frühstück bei Schwesig“

Der Tag begann mit einem „Frühstück bei Schwesig“ (statt Tiffany) – alle Bundestagsabgeordneten und Delegationsmitglieder der Bundesregierung und Zivilgesellschaft (Deutscher Frauenrat, Business and Professional Women, UN-Women, Pfadfinderinnen, DaMigra) waren da.
Eine muntere Debatte entspann sich zum Thema Gleichstellung und Feminismus: Wie entscheidend wird es sein, dass auch „Männer“ mitmachen und welche Räume und Ressourcen brauchen Frauen für sich? Angelehnt an den Satz von Peter Weiss „Wenn wir uns nicht selbst verändern, bleibt es für uns ohne Folgen“ denke ich, dass wir Frauen unsere Kämpfe führen müssen – allerdings gerne unterstützt von Männern. Denn um die Gesellschaft für uns alle besser zu machen, benötigt es mehr als die Veränderung des eigenen Verhaltens in Beziehungen, es braucht eine grundlegende Veränderung in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung und den Machtverhältnissen. In der Diskussion zeigten sich sehr unterschiedliche Herangehensweisen an Gleichstellungs- und Feministische Politik, sodass ich auf die geplante Fortführung in Deutschland schon jetzt gespannt bin: „Wieviel Feminismus braucht die Gleichstellung?“

Anschließen fand ein „Briefing“ mit allen deutschen NGOs statt: wir sprachen über gemeinsame Themen und Programmpunkte, die Bedeutung der Konferenz und der zu erwartenden Ergebnisse. Alle waren sich einig: das wichtigste Resultat wird das Festhalten an der Aktionsplattform von Peking sein. Es ist ein Signal, dass es keine Rückschritte hinter die dort vereinbarten Positionen geben darf, und ein Anstoß, die Umsetzung mit viel neuem Schwung voranzubringen. Viele hatten zuvor gehofft, dass die FRK auch nach vorne gerichtete Vereinbarungen beschließen würde – aber das entspricht gerade leider nicht dem weltweiten Stand in Sachen Frauenrechte.
Umso bedeutender die Zusammenarbeit. Ich glaube, dass gerade die jüngst verabschiedete Frauenquote – trotz aller Kritik an ihrer noch zu geringen Reichweite – allen deutlich gemacht hat, dass nur ein gemeinsames Wirken von Zivilgesellschaft, Parlament und Regierung (Teil-)Erfolge bringen kann. Ebenso auf internationaler Ebene: Um unsere Ziele zu erreichen, müssen wir uns mit all jenen verbünden, die sie mit uns teilen. Anders sind Frontstellungen nicht aufzubrechen. So etwa beim Kampf gegen Gewalt oder für eine gerechte Entlohnung (Equal Pay) als wichtigen Schritt für die Sicherung der ökonomischen Unabhängigkeit von Frauen.