Zwei bewegende Treffen – Sonderbeauftragte bei der UN

Der weitere Tag hielt noch zwei ganz besondere Treffen für mich bereit. Zunächst hatte ich die Ehre der UN-Sonderbeauftragten des Generalsekretärs für Kinder und bewaffnete Konflikte, Leila Zerrougui, einen großen Stapel „Red Hands“ zu übergeben – sie stammen aus meinem Wahlkreis Pinneberg und einer Aktion der Kinderkommission im Bundestag. Diese roten Handabdrücke sind ein Zeichen des Protests gegen den Einsatz von Kindersoldaten. Sie freute sich sehr darüber und bat darum, solche Aktionen weiter zu unterstützen und zu bewerben. Jede Schule, Klasse oder Person, die sich dadurch mit dem Thema auseinandersetzt, unterstütze ihre Arbeit. Eine wichtige Regel, die dabei für alle zu beachten sei: Die Kinder in diesen Krisenregionen – auch Kindersoldaten – sind Opfer und müssen auch so behandelt werden.
Es gehört zu den Aufgaben der Sonderbeauftragten, politisches Bewusstsein für schwere Verletzungen jener Kinder zu schaffen. Das bedeutet etwa Tötungen, sexuelle Gewalt, Übergriffe auf Schulen und Krankenhäuser, Verweigerung humanitärer Hilfe, Kinder als Spielball in Konflikten (Arbeitsausbeutung, sexuelle Ausbeutung, Kindersoldaten) oder Entführungen und ist somit eine Querschnittaufgabe für alle UN-Bereiche.
Dem Wunsch hierfür Aufmerksamkeit herzustellen, komme ich natürlich gerne nach!

Im Anschluss trafen wir uns mit Zainab Hawa Bangura, einer faszinierenden Frau aus Sierra Leone, die seit zwei Jahren als Sonderbeauftragte für sexuelle Gewalt in Konflikten tätig zu sein. Dahinter stand das Anliegen, ihre sie und ihre Arbeit besser kennenzulernen, um sie auch im eigenen Land unterstützen zu können. Ich fragte sie, ob sie sich nicht manchmal hilflos fühlt angesichts der furchtbaren Gewalt, der sie so oft begegnet und die so schwer zu bekämpfen ist. Sie versteht sich jedoch als Hoffnung für die Mädchen und Frauen, die sexueller Gewalt ausgesetzt sind und berichtete über verschiedene Aktivitäten und Erfolge, beispielsweise die Reduzierung der sexuellen Gewalt im Kongo oder erfolgreiche Verhandlungen mit den Regierungen einiger krisengeschüttelter Regionen.
Wir sprachen zudem über den Stand der Umsetzung der UN-Resolutionen 1325 (Schutz von Frauenrechten in Konflikten) und 1820 (Anerkennung sexueller Gewalt als Kriegsverbrechen). Selbst wenn es bereits Gesetze gibt, ist der Weg zu einer wirkungsvollen Umsetzung, etwa beim Opferschutz, ein mühsamer Weg; nicht zuletzt in Gebieten, in denen es faktisch ein Autoritätsvakuum gibt, da die Regierungen keine Kontrolle haben.
Im Juli wird Zainab Bangura sehr wahrscheinlich Berlin besuchen. Wir und sie freuen uns auf einen weiteren Austausch.


Unsere Delegation mit der Sonderbeauftragten für sexuelle Gewalt in Konflikten, Zainab Hawa Bangura.